Das Berichtsheft
Shownotes
Der Ausbildungsnachweis (Berichtsheft) ist Pflicht – aber richtig genutzt auch ein starkes Werkzeug für Ausbildungsqualität. In dieser Folge erfahren Betriebe, worauf sie rechtlich achten müssen und wie sie mit einfachen Routinen mehr Überblick, Sicherheit und bessere Lernergebnisse schaffen.
Darum geht’s in dieser Folge: · Warum das Berichtsheft rechtlich Ausbildungsnachweis heißt. · Welche Pflichten Auszubildende und Ausbildungsbetriebe beim Ausbildungsnachweis haben. · Warum der Nachweis für die Prüfungszulassung wichtig ist. · Weshalb der Ausbildungsnachweis auch als Beweismittel relevant sein kann. · Wie Betriebe mit konkreten Einträgen erkennen, was in der Ausbildung wirklich passiert. · Welche einfachen Routinen helfen: regelmäßig schreiben, lesen und gemeinsam besprechen. · Wie digitale Berichtsheft-Tools den Alltag erleichtern können.
Genannte Links · Kontaktdaten der Ausbildungsberaterinnen & Ausbildungsberatern: ausbilder-update@duesseldorf.ihk.de
Wer's genauer nachlesen möchte:
Die gesetzlichen Regelungen:
- Pflichten des Azubis: § 13 BBiG
- Pflichten des Betriebes: § 14 BBiG
- Zulassungsvoraussetzung für die Prüfung: § 43 BBiG
Kurz & Kompakt:
Wenn Sie Feedback oder Themenwünsche für eine der nächsten Folgen haben, schreiben Sie uns gern an ausbilder-update@ihk.duesseldorf.de.
Die Macherinnen & Macher hinter diesem Podcast: Unsere Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater. Konzept, Faktenprüfung und Endabnahme liegen komplett in unserer Hand. Künstliche Intelligenz dient uns als Werkzeug, um unsere Themen in Dialogform zu bringen und zu vertonen.
Das IHK-Ausbilder-Update ist ein Podcast-Angebot der IHK Düsseldorf.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wer ans Berichtsheft denkt, egal ob Azubi oder Ausbilder, denkt selten: "Yes, mein Lieblingspart der Ausbildung."
00:00:07: Und deshalb klären wir heute die wichtigsten Spielregeln und zeigen, wie es zum Kompass für gute Ausbildung wird!
00:00:16: Das IHK-Ausbilder-Update – Ihr zehn Minuten Briefing für rechtssicheres Ausbilden.
00:00:21: Hier klären wir alle zwei Wochen ein Thema aus dem Ausbilderalltag.
00:00:24: Kompakt, verständlich und auf den Punkt
00:00:27: Jetzt reinhören
00:00:28: und ausbildungsfit bleiben.
00:00:33: Hallo und herzlich willkommen, mein Name ist Nina.
00:00:36: Und ich bin Alex!
00:00:37: Unser Thema heute?
00:00:39: Das Berichtsheft - wirkt wie lästiger Papierkram.
00:00:42: tatsächlich entscheidet es aber über Prüfungszulassung und Ausbildungsqualität.
00:00:47: Und genau deshalb schauen wir heute drauf. Was muss der Betrieb tun und wie wird daraus ein echter Vorteil.
00:00:53: Kleiner
00:00:54: Hinweis noch vorab: die Dialoge und unsere Stimmen sind KI generiert Die Inhalte aber natürlich von der IHK gecheckt.
00:01:01: So, los geht's.
00:01:02: und für dich Alex direkt mit einer Quiz-Frage.
00:01:05: Wem gehört eigentlich das Berichtsheft?
00:01:08: A – dem Ausbildungsbetrieb B – dem Azubi oder C der IHK?
00:01:13: Ähm...
00:01:14: ich tippe auf A, den Betrieb!
00:01:17: Der bezahlt es ja schließlich.
00:01:19: Richtig?!
00:01:20: Hm, ums ein bisschen spannender zu machen, lösen wir das erst am Ende auf.
00:01:25: Okay, dann leg mal los.
00:01:26: was muss sich denn als Ausbilder so rechtlich zum Berichtsheft wissen?
00:01:31: Das erste,
00:01:32: es heißt rechtlich nicht Berichtsheft, sondern Ausbildungsnachweis.
00:01:36: Denn genau darum geht es!
00:01:38: Es ist der Nachweis, dass die Ausbildung ordnungsgemäß gelaufen ist.
00:01:42: Das kannst du dir vorstellen wie das Scheckheft beim Auto.
00:01:45: Das zeigt ja auch schwarz auf weiß, ob alles ordnungsmäß gemacht wurde oder was komplett vergessen wurde.
00:01:51: Und weil das so wichtig ist, regelt das Gesetz zwei gesetzliche Pflichten.
00:01:55: Der Azubi muss den Nachweis schreiben und der Betrieb ihn dazu anhalten.
00:01:59: Heißt also nicht einfach sagen "Mach mal!", sondern regelmäßig erinnern und nachfassen?
00:02:06: Und sonst?
00:02:07: ...Der Betrieb muss außerdem die Kosten tragen!
00:02:09: Also zum Beispiel für ein klassisches Berichtsheft oder bei einem digitalen Nachweistool für die Software-Lizenz.
00:02:16: Ob das Ganze digital oder auf Papier läuft entscheidet der Betrieb.
00:02:20: Das muss aber im Ausbildungsvertrag festgehalten werden.
00:02:24: Und wichtig, der Betrieb muss den Ausbildungsnachweis auch kontrollieren!
00:02:29: Das Gesetz spricht von regelmäßiger Durchsicht – für die IHK heißt das mindestens monatlich.
00:02:42: Dann solltest du ihn erst mal erinnern bzw.
00:02:44: ermahnen.
00:02:45: Wenn der Azubi das dann immer noch nicht macht, kann das arbeitsrechtliche Folgen für ihn haben.
00:02:50: Bis hin zur Abmahnung und im Extremfall auch zur Kündigung.
00:02:54: Naja...und wann soll der Azubi das schreiben?
00:02:57: Viele Betriebe denken ja, schreibt das halt in deiner Freizeit!
00:03:00: Ja, das kommt sicher oft vor. Aber genau das ist rechtlich eben nicht erlaubt.
00:03:05: Das Schreiben des Ausbildungsnachweises ist Arbeitszeit.
00:03:09: Der Betrieb muss dem Azubi während der Arbeitszeit Gelegenheit dafür geben.
00:03:13: Das unterschätzen wahrscheinlich viele.
00:03:15: Warum ist das Ganze überhaupt so wichtig?
00:03:18: Ganz einfach!
00:03:18: Der Nachweis ist deine Eintrittskarte zur Prüfung.
00:03:21: Die IHK schaut da stichprobenartig rein, sie prüft so, ob du überhaupt richtig ausgebildet wurdest.
00:03:28: Wenn dass aus dem Nachweis nicht klar erkennbar ist, kann die IHK die Zulassung zur Prüfung verweigern.
00:03:34: Also nicht
00:03:35: erst zwei Wochen vor Prüfungen alles hektisch zusammenschreiben.
00:03:39: Ja genau.
00:03:40: Und, was man ja auch oft vergisst – der Ausbildungsnachweis ist am Ende des Tages ein offizielles Beweismittel vor Gericht oder bei der IHK.
00:03:49: Inwiefern?
00:03:50: Naja!
00:03:51: Ein gut geführter Nachweis schützt den Betrieb, falls ein Azubi die Prüfung nicht besteht und die Schuld auf den Ausbilder schieben will.
00:03:58: Der Betrieb kann dann beweisen, dass alle Ausbildungsinhalte vermittelt wurden.
00:04:02: Umgekehrt ist ein lückenhafter, aber vom Ausbilder blind unterschriebener Nachweis natürlich ein super Beweis für den Azubi, das in der Ausbildung einiges schief gelaufen ist.
00:04:12: Hm, hätte nicht gedacht, dass der Ausbildungsnachweis so eine Bedeutung hat!
00:04:17: Wenn ich also als Ausbildar meine Kontrollpflicht schleifen lasse, schneide ich mir ins eigene Fleisch.
00:04:24: Tja, wenn du rechtssicher ausbilden willst, achte auf vollständige Ausbildungsnachweise.
00:04:29: Wer das erst zur Prüfung ernst nimmt, ist ungefähr zwei Jahre zu spät!
00:04:33: Okay, Nachweispflichten ernst nehmen, verstanden. Aber eine Sache ist noch offen.
00:04:39: Deine Quizfrage vom Anfang: Wem gehört das Berichtsheft?
00:04:43: Ich hatte auf den Ausbildungsbetrieb getippt. - Und das
00:04:47: war falsch.
00:04:48: Sobald der Azubi was reinschreibt ,gehört der Ausbildungsnachweis ihm.
00:04:52: Der Betrieb darf und muss ihn kontrollieren.
00:04:55: Er darf ihn dafür auch zeitweise verwahren, aber dauerhaft einbehalten darf er ihnen halt
00:05:00: nicht.
00:05:01: Das war unser rechtlicher Schnelldurchlauf zum Ausbildungsnachweis!
00:05:05: Wenn Sie jetzt denken – oh je, da muss ich dringend was anpassen ...
00:05:09: Keine Panik!
00:05:10: Die Ausbildungberater der IHK helfen da gerne weiter.
00:05:14: Den Kontakt finden Sie in den Shownotes.
00:05:19: So, das Rechtliche ist erklärt.
00:05:21: Die spannende Frage ist aber, wie wird aus dem Ausbildungsnachweis ein Werkzeug, das die Ausbildung wirklich besser macht?
00:05:29: Darüber spreche ich jetzt mit unserem Experten Lennart.
00:05:32: Da bin ich echt mal gespannt, denn die Praxis sieht ja häufig eher so aus!
00:05:37: Der Azubi schreibt was rein oder auch nicht – Ausbilder unterschreib blind und das war's.
00:05:42: Klar Nina, das ist bestimmt nicht gerade selten. Aber genau da verschenken Unternehmen bares Potenzial Denn der Ausbildungsnachweis kann ein einfaches Steuerungsinstrument für Ausbildungsqualität sein.
00:05:54: Kannst du das mal näher erklären, was heißt das praktisch?
00:05:56: Ganz einfach!
00:05:57: Durch den Nachweis sehe ich, was in der Ausbildung gerade wirklich passiert – nicht gefühlt sondern schwarz auf weiß.
00:06:03: Dafür reicht oft schon einen kurzer Blick in die Einträge.
00:06:06: Steht da zum Beispiel wochenlang nur "Ablage gemacht" oder "Telefon bedient", dann weißt du sofort, da läuft etwas schief und kannst halt nachsteuern.
00:06:14: Okay und wie sieht ein guter Eintrag aus?
00:06:17: Der Eintrag muss gar nicht lang sein, aber konkret.
00:06:21: Ich bring mal ein Beispiel: Wenn ich nur schreibe "Büroarbeit erledigt", sagt das gar nichts.
00:06:25: Besser wäre hier zum Beispiel sowas wie "Kundenanfragen aufgenommen, Daten im CRM-System gepflegt, Rückfragen an den Vertrieb weitergegeben".
00:06:33: Das ist immer noch kurz. Aber halt viel aussagekräftiger.
00:06:37: Wie bringe ich jetzt den Azubi dazu, so konkret zu schreiben?
00:06:40: Du musst einfach zeigen, wie ein guter Eintrag aussieht.
00:06:43: Ein, zwei Beispiele reichen dafür. Und - sobald ich als Azubi regelmäßig so festhalte, was ich gemacht habe, verstehe ich meine eigene Arbeit dann einfach auch viel besser.
00:06:53: Dann checke ich automatisch: Okay das läuft schon von alleine, dasn hier hab' ich nur mal am Rande mitbekommen und da brauche auf jeden Fall noch Support!
00:07:02: Verstehe...und was sollte ich als Ausbilder noch tun?
00:07:06: Den Ausbildungsnachweis lesen und regelmäßig mit dem Azubis darüber sprechen.
00:07:10: Das Gespräch, der regelmäßige gemeinsame Blick auf die Ausbildung, das ist es, worauf es ankommt.
00:07:17: Drei Fragen reichen dafür völlig aus – Was lief gut?
00:07:20: Was hast du neu gelernt?
00:07:21: Was fehlt noch oder muss vertieft werden?
00:07:24: Viele denken jetzt wahrscheinlich: "Klingt super, aber wie sollen wir das bitteschön im Alltag umsetzen!"
00:07:30: Das ist für viele kleine Betriebe….
00:07:32: naja, da fehlt denen ja oft schlicht die Zeit dazu.
00:07:35: Na klar, Zeit hat man nie. Aber wer regelmäßig hinschaut, spart am Ende Zeit und Nerven. Und es braucht ja auch gar keinen riesigen Aufwand, sondern nur eine einfache Routine.
00:07:45: Und wie könnte die aussehen?
00:07:47: Zum Beispiel so, der Azubi hält am Ende des Arbeitstags kurz fest, was gelaufen ist.
00:07:52: Freitag schaut der Ausbilder dann drüber und gibt knappes Feedback.
00:07:55: Zum Beispiel "gut", "bitte konkreter"
00:07:58: oder "nächste Woche Thema Warenannahme ergänzen". Und am Monatsende dann jeweils noch fünfzehn Minuten gemeinsamen Blick auf den Stand der Ausbildung.
00:08:07: Das ist
00:08:08: alles?!
00:08:09: Ja, das genügt.
00:08:10: Wer es jetzt möglichst schlank machen will, nimmt ein digitales Berichtsheft-Tool. Vorteil:
00:08:14: Ich sehe sofort, wenn der Azubi was geschrieben hat und das Feedback ist auch einfacher möglich.
00:08:20: Okay, ich fass mal kurz zusammen: Der Ausbildungsnachweis zeigt dem Betrieb, ob beim Azubis alles "scheckheft- gepflegt" läuft.
00:08:27: Voraussetzung ist aber, dass das Ganze auch wirklich gelebt wird: also regelmäßig schreiben, lesen und gemeinsam besprechen.
00:08:35: Genau, so wird aus der... naja lästigen Pflichtdoku ein echtes Ausbildungs-Scheckheft.
00:08:42: Und das sorgt dann für eine bessere Ausbildung, die Leute gehen sicherer in die Prüfung und am Ende des Tages hast du bessere Fachkräfte!
00:08:49: Hast Du noch einen abschließenden Tipp für unsere Hörerinnen und Hörer?
00:08:53: Na klar!
00:08:53: Nehmen Sie sich diese Woche zehn Minuten Zeit und prüfen Sie den Ausbildungsnachweis, ob er wirklich zeigt, was der Azubi gelernt hat.
00:09:00: Und sprechen Sie mit Ihrem Azubis darüber.
00:09:03: Genau dann beginnt bessere Ausbildung.
00:09:06: Das war's für heute.
00:09:07: Jetzt sind Sie dran!
00:09:08: Wenn Sie Feedback oder Themenwünsche für eine der nächsten Folgen haben, schreiben Sie uns gern.
00:09:14: Die Kontaktdaten finden Sie in den Show-Notes.
00:09:16: – bis in zwei Wochen und bleiben Sie
00:09:32: ausbildungsfit.
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